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Das Lymphsystem des Hundes

Neben dem venösen Gefäßsystem besitzt der Hund noch ein weiteres Abflusssystem, das sogenannte Lymphsystem oder auch lymphatische System. Zum größten Teil wird die abgegebende Flüssigkeit im Kapillargebiet vom venösen Gefäßsystem aufgenommen und abtransportiert. Übriggebliebene Flüssigkeit, incl. Proteine, sowie körpereigene Abbaustoffe, Fremdstoffe oder auch Krankheitserreger werden dann mit der Lymphflüssigkeit abtransportiert. Zum Lymphsystem zählen Lymphgefäße, Lymphknoten und auch Thymus, Milz und die Lymphfollikel.

Die Flüssigkeit wird über blind im Gewebe liegende Lymphkapillaren aufgenommen und in größere Lymphgefäße weitertransportiert. Diese Gefäße besitzen Muskelzellen in der Wand und Klappen, welche den Lymphfluss in Richtung Herz regulieren. Diese Gefäße enden in einem Hauptlymphgang, welcher in der Brusthöhle parallel zur Aorta läuft und in die vordere Hohlvene, kurz vor der rechten Herzvorkammer, mündet. Dieser Hauptlymphgang wird auch als Milchbrustgang bezeichnet oder als Ductus thoracicus tituliert, er ist der größte Lymphsammelgang und transportiert die Lymphe von den Hintergliedmaßen und dem Rumpf. Natürlich gibt es noch weitere Lymphgefäße, die die Lymphe vom Kopf und Hals und die von den Vordergliedmaßen transportieren.

Innerhalb der Lymphgefäße finden sich sogenannte Lymphknoten. Sie dienen als Filterstationen und reinigen die Lymphe. Sie beseitigen Krankheitserreger und Fremdstoffe, produzieren aber auch Lymphozyten (Bestandteile der weißen Blutkörperchen).

Man unterscheidet Lymphknoten in Organlymphknoten, solche sind eben bestimmten Organen zugeordnet und in regionäre Lymphknoten, die wiederum bestimmten Körperregionen zugeordnet sind…siehe obige Abbildung.

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Lymphknoten haben ein bohnenförmiges Aussehen und bestehen aus einer Bindegewebekapseln, die durch sogenannte Trabekel (Bälkchen) welche ins Innere ragen ihre Form bekommen und in kleine Nischen innerhalb eingeteilt sind. Man teilt den Lymphknoten in eine periphere Rindenschicht, wo sich die sogenannten Lymphfollikel auf dichtem Raum befinden und in eine zentrale Markzone ein, die weniger dicht an lymphatischem Gewebe ist.

Die Lymphe gelangt also in den Lymphknoten und fliesst hier durch verschiedene Hohlgänge, die man als Sinus bezeichnet, ins Innere der Markzone. Bei diesem Durchfluss wird die Lymphe gefiltert und gereinigt, wofür die vorhandenen Lymphozyten und Makrophagen sorgen.

Sollte nun mal einer der Lymphknoten “überfordert” sein in seiner Funktion, so gilt der nächstliegende Lymphknoten als erneute Barriere für evtl. Krankheitserreger. Lymphknoten, die durch eine Infektion in ihrem Gebiet überansprucht sind, schwillen an, verhärten und zeigen eine gewisse Schmerzempfindlichkeit.

Der sogenannte Thymus, auch als Brie bekannt, ist ein Organ was nur junge Tiere voll entwickelt besitzen. Bis zur Geschlechtsreife hat sich das Organ weitesgehend zurück gebildet und hat im Erwachsenenalter keine Funktion mehr. Das Organ findet sich im Brustteil vor dem Herzen.
Man nimmt an das der Thymus für die Reifung des Immunsystems zuständig ist, da vom Thymus aus die Milz und die Lymphknoten besiedelt werden.

Die Milz ist funktionell sehr eng mit dem Lymphsystem, aber auch mit dem Blut verbunden. Zu finden ist die Milz in der linken Bauchhöhle nahe des Magens. Ihre Form ist je nach Tierart unterschiedlich, bei unserem Hund hat sie eine ovale, längliche Form. Die Milz besteht aus einer bindegewebsartigen Kapsel, in die sich Trabekel hineinziehen und so eine netzartige Struktur aufbauen. Zwischen diesen Bälkchen liegt zum Einen die weiße Milzpulpa. Dies sind weiße kleine Knötchen, die aus konzentrierten Lymphfollikeln bestehen. Zum Anderen findet sich hier auch die rote Milzpulpa, die dagegen aus großen Bluträumen besteht, dem Sinus, der eingebettet in einem Bindewebe liegt.

Die Milz hat bei unserem Hund vor allen Dingen eine Speicherfunktion im Blutkreislauf. Der Hund kann in seiner Milz viel mehr Blut speichern, als z.B. wir Menschen. Bei Bedarf (plötzlicher Muskelleistung) kann die Milz durch Kontraktion von Kapsel und Trabekel das gespeicherte Blut freigeben.
Daneben hat die Milz auch eine Speicherfunktion für den Nährstoff Eisen und ist Bildungsplatz von Lymphozyten ( im Zusammenspiel mit dem Knochenmark, dem Thymus und der Lymphknoten). Sie ist also ein zentrales Organ für die Bildung von Immunglobulinen. Die Milz besitzt auch Retikulumzellen, welche zur Phagozytose befähigt sind und somit Bakterien und Gewebereste in das Zellinnere aufnehmen und sie anschliessend abbauen können.

Als Lymphfollikel bezeichnet man Ansammlungen von Lymphozyten , die man z.B. in den kleinen Bronchien oder auch der Magendarnschleimhaut findet. Sie bilden das Immunsystem in der Schleimhaut, soll heissen sie sind wichtig für die Antigenerkennung. Bei einer Infektion können sie um ein Vielfaches an Umfang zunehmen, wie z.B. im Rachen. Auch im Ileum, dem letzten Teil des Krummdrams sind viele Lymphfollikel, welche man als das Peyer´sche Plaque bezeichnet. Hier werden Gifte und Erreger unschädlich gemacht. Das Lymphsystem im Darm steht mit dem gesamten Immunsystem in enger Verbindung. Hier spricht man auch schon mal vom Gut Associated Lymphoid Tissue = GALT.
Abschliessend soll noch das Knochenmark erwähnt werden, da das Knochenmark natürlich eine zentrale Bedeutung im Lymphsystem hat, da hier die primäre Bildung der Lymphozyten erfolgt.