Hundohneleine: Infos zum Hund


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Ein alter Hund???

Der "fertige Hund"
Warum hat ein Hund nur so wenige Jahre zum Leben? relativ wenig.
Warum weilt er nicht länger mit uns zusammen auf dieser Welt?
Die Antwort ist: Aus Rücksicht auf uns !!

Wenn eine Trennung nach diesen Jahren schon so schwer ist, wie schwer wäre sie dann nach längeren Jahren? Der Hund lebt "schneller" als der Mensch. Er lebt intensiver. Und je älter er wird umso intensiver lebt er.

Angieschlappohr

Ist es das, was einen alten Hund so interessant macht? Diese Intensität? Oder ist es die Tatsache, dass er für sich entschieden hat: zu Vergessen,... oder für immer im Gedächtnis zu halten? Entschieden zu haben was er mag, kann, möchte oder was ihm gefällt? Und sich auch nicht davon abbringen lässt. Ist es die Weisheit die einem alten Hund im Gesicht geschrieben steht?

Böse Zungen behaupten es sei Trotz... Altersstarrsinn. Auch das ist möglich. Und grade das ist es doch was die Faszination "alter Hund" ausmacht. Er ist komplett. Er ist ausgewachsen. Er hat alles was ein Hund braucht um Hund zu sein. Er ist fertig.

Angieschlappohr




Jedem Hund sei gewünscht, dass er so früh wie möglich einen Platz findet auf dem er alt werden kann. In Würde und in der Geborgenheit die er braucht alt zu werden.



Nur ist es im Leben nun mal leider nicht immer so. Aus verschiedenen Gründen verlieren ältere Hunde ihr zuhause. Und diese "fertigen Hunde" warten dann leider meist sehr lange auf eine zweite, späte Chance. Dafür gibt es jedoch keinen Grund.
Es spricht so viel dafür einem dieser "fertigen Hunde" ein neues Zuhause zu geben.

Nicht nur die Tischbeine und Hausschuhe werden es einem danken einen älteren Hund als Hausgenossen zu bekommen. Ich möchte das Wort Dankbarkeit hier nicht im Zusammenhang mit den Senioren brauchen. Ob sie es nun sind oder nicht,.. das ist eben so. Da ändert man nichts dran. Für mich kann ich sagen: ich möchte keinen dankbaren Hund. Ich darf dankbar sein wenn ein Hund bei mir wohnt.

Angieschlappohr

Einen älteren Hund bei sich aufzunehmen heisst Kompromisse zu schliessen. Aber es heisst auch einen Lebensgefährten zu bekommen der bereits weiss wo´s lang geht. Ich will damit nicht sagen, dass es keinerlei Erziehung mehr bedarf oder möglich ist. In keinem Fall. Denn auch ein älterer Hund ist immer noch lernfähig.
Er wird im Laufe seines Lebens bereits erfahren haben wie man unangenehme Situationen umgeht, wie man seinen Willen bekommt und wovor man Angst haben MUSS. Und er wird auf diesen Erfahrungen sicher länger beharren, als ein Welpe der seine Grenzen noch austestet. Dennoch kann man ihn davon überzeugen, dass es auch anders geht. Mit einer besonderen Portion Geduld geht auch das. Und trotzdem wird er seine eigentümlichen Macken behalten. Sein Ego steht fest. Er hat bereits Persönlichkeit.
Und es ist eine sehr spannende und interessante Aufgabe diese Persönlichkeit Tag für Tag neu und weiter zu entdecken.

Natürlich gibt es auch die ganz profanen Vorteile eines älteren Hundes. Sie sind im alltäglichen Zusammenleben weniger anstrengend.(meistens) Der Besuch einer Hundeschule ist meist nicht ganz so wichtig. Sie schlafen meist viel und man braucht ihnen Sachen wie mit Autofahren, mal alleine bleiben oder an der Leine gehen meist nicht mehr bei zubringen. Viele sind für Anfänger der Hundehaltung einfacher im Handling. Weil: man weiss was man hat !!!

Und nicht zuletzt ist auch die Zeit die man sich für das Leben seines Vierbeiners verpflichtet nicht so sehr lange.

Jedoch zählt im Einzelfall meist nur der Blick in die Augen. In Augen die Dir sagen was du zu tun hast. Und diese "Sprache" ist die Sprache des Hundeherzens.

Angieschlappohr
Wir geben dem Hund das was übrig bleibt an Zeit Raum und Liebe Doch der Hund gibt uns alles was er hat ! ....-.-...und je älter ein Hund ist,.. umso mehr HAT er.

Ich kannte einen Hund, der war so groß wie ein Mann, so arglos wie ein Kind und so weise wie ein Greis. Er schien so viel Zeit zu haben, wie in ein Menschenleben nicht geht. Wenn er sich sonnte und einen dabei ansah, war es, als wollte er sagen: Was eilt ihr so? Und er hätte es gesagt, wenn man nur gewartet hätte. ´---Karl Kraus-----

Text stammt von Gekko und die Fotos zeigen Frau Angieschlappohr von Sandra,
an beide ein herzliches Danke!!!



Warum einen Oldie zu sich nehmen?

Rolf Ganz einfach, weil ein Oldie jahrelange Menschen - Erfahrung hat!

Er kennt die menschliche Beschränktheit im Verstehen von Hundeangelegenheiten und hat sich die nötige Geduld im Erklären und Ertragen derselben zugelegt. Er weiß um die Inkonsequenz im Handeln des Menschen gegenüber sich selbst und natürlich auch gegenüber seinem Hund, heute hüh morgen hott. Der Oldie erträgt dies mit stoischer Ausgeglichenheit.

Er kann die Reaktion anderer Hunde beim Zusammentreffen richtig einschätzen und reagiert dementsprechend. Schwierig wird es, wenn Mensch - ahnungslos wie oft - falsch reagiert, oft ist Rückzug oder Ausweichen angesagt.

Er ist natürlich ein Meister im "um den Finger wickeln", wendet es gekonnt in allen Situationen unter Anwendung aller möglicher Tricks, und noch dazu erfolgreich, an. Er kann sich nur wundern, dass der liebe Mensch immer wieder darauf hereinfällt, gibt dies aber nicht zu erkennen.

Summertime

Er ist sicher, dass vom Menschen gegebene Befehle Blödsinn sind - er sieht ja selbst was erforderlich ist - befolgt sie aber scheinbar willig, weil es ihn immer wieder amüsiert, wie sehr sich ein Mensch freuen kann, wenn es klappt. Er freut sich begeistertund ehrlich, wenn Mensch nach Abwesenheit wieder auftaucht und zeigt das auch, beide freuen sich, aber er ist auch nicht traurig bzw. macht Theater, wenn Mensch fort geht, er weiss ja aus Erfahrung, er kommt wieder. Im besten Fall sind die Taschen gefüllt mit Leckerli und anderem Essbarem.

Er gibt alle Liebe, Güte, Zuwendung und Freundlickeit, die er erfährt, hundertfach zurück. Ganz einfach - er bereichert das Leben seines Besitzers.
Ein ganz wichtiger Punkt bei der Aufnahme eines Oldies ist, dass er sein Vorleben in den meisten Fällen hinter sich lassen kann, sich vertrauensvoll dem neuen Leben widmet und anscheinend wild entschlossen ist, alles zu tun, um am neuen Platz die gestellten Erwartungen zu erfüllen. Dies setzt beim neuen Besitzer etwas Hundeverstand und Geduld voraus und auch den Willen, auf die Hundepersönlichkeit einzugehen, sein Vertrauen zu gewinnen und dies dann nicht wieder zu enttäuschen. Enttäuschungen und schlechte Erfahrungen haben Oldies, gerade wenn sie aus dem Tierheim kommen, oft schon gemacht. Für die ist ein ruhiger, ausgeglichener, liebe- und verständnisvoller Mensch ein guter Partner, was aber nicht heissen soll, dass es langweilig zugehen muss. Auch ein Oldie möchte sich bewegen, spielen, schmusen, andere Hunde treffen und ein interessantes Leben führen, vielleicht nicht mehr so kraftvoll und überbordend wie ein junger Hund, aber keinesfalls will er nur den ganzen lieben langen Tag herumliegen und dösen.

Besuch bei Rolf

Rüstige Senioren und Oldies sind meiner Meinung nach die idealen Partner, ein lebenserfahrener Mensch und ein lebenserfahrener Hund, eine bessere Paarung gibt es doch nicht!


Text und Fotos stammen von Christel, auch hier ein ganz dickes Danke für die Unterstützung!!!